Die kurze Antwort
- Paare mit einem Kind gaben laut Statistischem Bundesamt 2018 im Schnitt 763 € im Monat für ihr Kind aus, gut ein Fünftel ihrer Konsumausgaben. Wohnen, Ernährung und Betreuung sind die größten Brocken.
- Die Kita ist der Posten, der am stärksten schwankt: je nach Bundesland und Kommune von beitragsfrei bis zu mehreren Hundert Euro im Monat.
- Plan dein Familienbudget Posten für Posten und trenn die monatlichen Kosten von denen, die ein- oder zweimal im Jahr anfallen: Schulanfang, Weihnachten, Geburtstage, Ferien.
- Zähl auch die Einnahmen durch die Kinder mit: 259 € Kindergeld pro Kind und Monat (2026) und die steuerlich absetzbaren Betreuungskosten.
- Setzt euch einmal im Monat 15 Minuten zum Geldgespräch zusammen und bezieht die Kinder je nach Alter ein.
Was kostet ein Kind? Was die Daten sagen
Die bekannteste deutsche Zahl stammt aus der Einkommens- und Verbrauchsstichprobe des Statistischen Bundesamts: 2018 gaben Paare mit einem Kind durchschnittlich 763 € im Monat für ihr Kind aus, bei gesamten Konsumausgaben von 3.593 €. Die Auswertung wird nicht mehr fortgeführt, und die Preise sind seitdem deutlich gestiegen; lies sie also eher als Größenordnung.
Die ausführlichste Aufschlüsselung kommt aus den USA, aus der Reihe Expenditures on Children by Families des Landwirtschaftsministeriums (USDA), die seit 1960 erscheint. Der letzte Bericht (Mark Lino und Kollegen, Januar 2017) bezieht sich auf 2015. Für ein verheiratetes Paar mit mittlerem Einkommen und zwei Kindern lagen die Ausgaben für ein Kind bei 12.350 bis 13.900 Dollar im Jahr, je nach Alter. Über 17 Jahre summierte sich das auf 233.610 Dollar. Die Anteile sind auch für deutsche Familien aufschlussreich:
| Anteil an den Kinderkosten, Paar mit mittlerem Einkommen, USA 2015 | % |
|---|---|
| Wohnen | 29 % |
| Ernährung | 18 % |
| Betreuung und Bildung (Familien mit diesen Kosten) | 16 % |
| Mobilität | 15 % |
| Gesundheit | 9 % |
| Sonstiges | 7 % |
| Kleidung | 6 % |
Wohnen
%29 %
Ernährung
%18 %
Betreuung und Bildung (Familien mit diesen Kosten)
%16 %
Mobilität
%15 %
Gesundheit
%9 %
Sonstiges
%7 %
Kleidung
%6 %
Zwei weitere Befunde helfen bei der Planung. Ein Einzelkind kostete etwa 27 % mehr als jedes Kind in einer Familie mit zwei Kindern, und jedes Kind in einer Familie mit drei oder mehr Kindern etwa 24 % weniger: Größere Familien teilen Zimmer, Auto und Kleidung. Und Familien mit niedrigem Einkommen gaben 27 % ihres Bruttoeinkommens für ein Kind aus, gegenüber 16 % bei mittlerem und 11 % bei hohem Einkommen.
Die Betreuung ist der Posten mit den größten Unterschieden. In Deutschland legen Länder und Kommunen die Kita-Beiträge fest: Manche Länder verlangen für bestimmte Altersgruppen gar nichts, anderswo hängen die Beiträge vom Einkommen ab und können mit Essensgeld mehrere Hundert Euro im Monat erreichen. In den USA kostete ganztägige Betreuung für ein Kind 2022 laut Arbeitsministerium 6.552 bis 15.600 Dollar im Jahr.
Einnahmen durch die Kinder mitzählen
Bevor du die Kosten auflistest, liste auf, was durch die Kinder reinkommt.
- Kindergeld. Seit Januar 2026 sind es 259 € pro Kind und Monat, für jedes Kind gleich. Das Finanzamt prüft bei der Steuererklärung, ob der Kinderfreibetrag für euch günstiger ist. Entscheidet vorab, wohin das Kindergeld geht (Kinderkosten, Rücklagen, Sparen), statt es im Girokonto verschwinden zu lassen.
- Betreuungskosten und Kinderzuschlag. Seit 2025 sind 80 % der Kinderbetreuungskosten als Sonderausgaben absetzbar, höchstens 4.800 € pro Kind und Jahr. Familien mit kleinem Einkommen können zusätzlich Kinderzuschlag bei der Familienkasse beantragen; prüf die Voraussetzungen für deine Lage.
- Andere Länder. In den USA gibt es den Child Tax Credit (für die Steuererklärung 2025 bis zu 2.200 Dollar pro Kind), in Großbritannien das Child Benefit (27,05 Pfund pro Woche für das älteste Kind, 17,90 Pfund für jedes weitere). Lebt ihr im Ausland, schaut auf die Regeln dort.
Das Familienbudget, Posten für Posten
Diese Posten gehören in den Plan, und darauf achtest du jeweils.
- Wohnen und Nebenkosten. Der größte Posten. Miete oder Kreditrate, Nebenkosten, Strom, Internet, Rundfunkbeitrag.
- Lebensmittel und Haushalt. Unser Ratgeber zum Lebensmittelbudget zeigt Zahlen für eine vierköpfige Familie und eine Wochenmethode.
- Betreuung. Kita, Tagesmutter, Hort oder Ganztag, Ferienbetreuung.
- Mobilität. Autokredit, Sprit, Kfz-Versicherung, Wartung, Deutschlandticket oder Schülerticket.
- Versicherungen und Gesundheit. Haftpflicht, Hausrat, Zusatzversicherungen, Zuzahlungen, Brille, Eigenanteil für die Zahnspange.
- Kinder. Klassenfahrten, Schulessen, Vereine, Musikschule, Kleidung, aus der Kinder in festem Rhythmus herauswachsen.
- Taschengeld. Beträge nach Alter findest du in unserem Ratgeber zum Taschengeld.
- Freizeit. Ausflüge am Wochenende, Essen gehen, Streaming.
- Rücklagen. Urlaub, Geburtstage, Schulanfang, Ferien, Ersatz für Haushaltsgeräte.
- Sparen. Auch ein kleiner Betrag, per Dauerauftrag am Zahltag.
Beispiel: Haushaltsplan für eine Familie mit zwei Kindern
Daniel und Sophie wohnen in Stuttgart, mit Mia (10) und Paul (4), der in die Kita geht. Zusammen verdienen sie 4.600 € netto, dazu kommen 518 € Kindergeld: 5.118 € im Monat.
| Posten | Pro Monat |
|---|---|
| Warmmiete | 1.550 € |
| Strom, Internet, Rundfunkbeitrag | 180 € |
| Lebensmittel und Haushalt | 910 € |
| Kita für Paul (mit Essen) | 300 € |
| Mobilität | 450 € |
| Versicherungen und Gesundheit | 250 € |
| Handys | 60 € |
| Kinder (Schule, Hobbys, Kleidung, Taschengeld) | 300 € |
| Freizeit und Essen gehen | 300 € |
| Rücklagen | 350 € |
| Sparen | 468 € |
| Gesamt | 5.118 € |
Warmmiete
Pro Monat1.550 €
Strom, Internet, Rundfunkbeitrag
Pro Monat180 €
Lebensmittel und Haushalt
Pro Monat910 €
Kita für Paul (mit Essen)
Pro Monat300 €
Mobilität
Pro Monat450 €
Versicherungen und Gesundheit
Pro Monat250 €
Handys
Pro Monat60 €
Kinder (Schule, Hobbys, Kleidung, Taschengeld)
Pro Monat300 €
Freizeit und Essen gehen
Pro Monat300 €
Rücklagen
Pro Monat350 €
Sparen
Pro Monat468 €
Gesamt
Pro Monat5.118 €
Pauls Kita kostet 3.600 € im Jahr (300 € × 12); 80 % davon, also 2.880 €, können sie als Sonderausgaben absetzen. Kommt Paul in die Schule, werden die 300 € nicht automatisch zu freiem Geld: Sie haben vereinbart, die Hälfte ins Sparen zu schieben und die andere Hälfte für Hort und Hobbys zu nutzen.
- Wohnen und Nebenkosten34 %1.730 €Warmmiete, Strom, Internet, Rundfunk
- Lebensmittel und Haushalt18 %910 €Wocheneinkauf
- Betreuung6 %300 €Kita für Paul
- Mobilität9 %450 €ein Auto, zwei Deutschlandtickets
- Versicherungen, Gesundheit und Handys6 %310 €Versicherungen, Zuzahlungen, zwei Handyverträge
- Rücklagen und Sparen16 %818 €Weihnachten, Ferien, Schulanfang, Sparen
- Kinder6 %300 €Schule, Hobbys, Kleidung, Taschengeld
- Freizeit6 %300 €Ausflüge und Essen gehen
Die Kosten, die einmal im Jahr kommen
Sie sind es, die Familienbudgets sprengen. Ein Monat, der perfekt aufgeht, kann im August (Schulsachen, Vereinsbeiträge, Schuhe) oder im Dezember kippen. Die Lösung sind Rücklagen, auch Sinking Funds genannt: Jahreskosten schätzen, durch zwölf teilen und diesen Betrag jeden Monat zurücklegen.
Bei Daniel und Sophie: Ferienbetreuung und Freizeiten 1.500 €, Weihnachten 1.200 €, Geburtstage 600 €, Schulanfang und Klassenfahrten 900 €. Das sind 4.200 € im Jahr, also 350 € im Monat. Unser Ratgeber zu Sinking Funds zeigt, wie du sie getrennt hältst, damit sie nicht im Supermarkt landen.
Das monatliche Geldgespräch in der Familie
Ein Familienbudget funktioniert, wenn beide Erwachsenen dieselben Zahlen sehen. Nehmt euch einmal im Monat, zum Beispiel am ersten Sonntag, fünfzehn Minuten:
- 1ZurückschauenJeder Posten: geplant, tatsächlich, Differenz. Ohne Vorwürfe.
- 2Rücklagen prüfenSteht ein Geburtstag, eine Anzahlung für die Freizeit oder Weihnachten an? Ist genug zurückgelegt?
- 3VorausschauenKlassenfahrten, Anmeldungen, Termine, Besuche.
- 4Ein oder zwei Posten anpassenNicht mehr. Ein Budget, das jeden Monat komplett umgebaut wird, hält nicht.
- 5Die Kinder einbeziehenJe nach Alter: Taschengeld, ein gemeinsames Sparziel, die Wahl zwischen zwei Ausflügen.
Die Kinder einzubeziehen heißt nicht, sie mit euren Sorgen zu belasten. Ein Siebenjähriges kann zwischen zwei gleich teuren Ausflügen wählen; ein Teenager kann ein Kleiderbudget für die Saison verwalten. Wie zwei Erwachsene die Kosten aufteilen, vergleicht unser Ratgeber zu Finanzen als Paar mit den drei gängigen Modellen: alles gemeinsam, alles getrennt oder eine Mischung.
Alleinerziehend: den Plan anpassen
Die USDA stellte fest, dass die meisten Alleinerziehenden in der niedrigsten Einkommensgruppe lagen, in der ein Kind den größten Anteil des Einkommens beansprucht. Drei Punkte helfen:
- Unterhalt. Plan ab dem Datum, an dem er tatsächlich eingeht, nicht ab dem, an dem er eingehen sollte. Zahlt der andere Elternteil nicht, kann das Jugendamt Unterhaltsvorschuss leisten.
- Leistungen und Steuern. Prüf nach jeder Änderung bei Einkommen oder Sorgerecht deine Ansprüche, etwa auf Kinderzuschlag oder Wohngeld, und nutz den Entlastungsbetrag für Alleinerziehende (Steuerklasse II). Eine Schuldner- oder Familienberatung vor Ort hilft kostenlos weiter.
- Wechselmodell. Haltet schriftlich fest, wer was bezahlt (Schulessen, Hobbys, Kleidung), und führt eine Liste der geteilten Kosten.
Was Binome360 kann (und was nicht)
Binome360 verbindet sich nicht mit deinem Bankkonto. Du kannst einen gemeinsamen Assistenten „Familie“ anlegen: Jeder Elternteil trägt Ausgaben mit einem Satz vom eigenen Handy ein, in denselben Kategorien, mit einem Budget pro Kategorie. Wiederkehrende Kosten (Miete, Kita, Abos) lassen sich als wiederkehrende Einträge speichern, und ein Sparziel für die Ferienfreizeit oder den Schulanfang zeigt Monat für Monat den Fortschritt.
Leg ein Ziel „Ferienfreizeit 2027“ über 1.500 € bis 31. Mai an und erinnere uns an jedem ersten Sonntag im Monat um 18 Uhr ans Geldgespräch
Bereit in eurem gemeinsamen Assistenten „Familie“: ein Ziel „Ferienfreizeit 2027“ über 1.500 € bis 31. Mai 2027 und eine monatliche Erinnerung am ersten Sonntag um 18 Uhr: „Geldgespräch der Familie“. Sophie sieht beides auch. Speichern?
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Unseren Familien-Assistenten einrichtenHäufige Fragen
Was kostet ein Kind pro Jahr?
Laut Statistischem Bundesamt gaben Paare mit einem Kind 2018 rund 763 € im Monat für ihr Kind aus, also gut 9.000 € im Jahr. Seitdem sind die Preise gestiegen, und je nach Kita-Beitrag, Wohnort und Alter des Kindes kann es deutlich mehr oder weniger sein.
Wie viel vom Familienbudget sollte fürs Wohnen draufgehen?
Eine offizielle Regel gibt es nicht. Oft wird ein Drittel des Nettoeinkommens als Obergrenze für die Warmmiete genannt. In unserem Beispiel gehen 34 % in Wohnen und Nebenkosten. Was nach den Fixkosten übrig bleibt, zeigt unser Ratgeber zum frei verfügbaren Einkommen.
Wie plant man ein Familienbudget mit nur einem Einkommen?
Fang mit den Fixkosten und der Betreuung an, die mit einem Elternteil zu Hause niedriger sein kann, und bau dann Rücklagen für die Jahreskosten auf. Behaltet das monatliche Gespräch bei, auch wenn eine Person sich im Alltag ums Geld kümmert.
Sollten Kinder beim Familienbudget mitreden?
Ja, altersgerecht: Taschengeld, ein gemeinsames Sparziel, die Wahl zwischen Optionen. Die Sorgen der Erwachsenen bleiben außen vor.
Kurz gesagt
Ein Familienbudget hält, wenn es die monatlichen Kosten Posten für Posten plant, Geld für die jährlichen zurücklegt und jeden Monat fünfzehn Minuten Aufmerksamkeit von beiden Eltern bekommt. Zähl Kindergeld und Steuervorteile als Einnahmen und entscheide, wohin sie gehen. Erster Schritt, heute Abend: Liste die Jahreskosten deiner Familie auf (Ferien, Weihnachten, Geburtstage, Schulanfang) und teil die Summe durch zwölf.
Quellen
- Mark Lino, Kevin Kuczynski, Nestor Rodriguez, TusaRebecca Schap, Expenditures on Children by Families, 2015, USDA Center for Nutrition Policy and Promotion, Miscellaneous Report No. 1528-2015, Januar 2017: fns-prod.azureedge.us.
- USDA, „Families Projected to Spend an Average of $233,610 Raising a Child Born in 2015“, 9. Januar 2017: usda.gov.
- US Department of Labor, Women’s Bureau, Pressemitteilung zur National Database of Childcare Prices (Daten 2022), 19. November 2024: dol.gov.
- Internal Revenue Service, „Child Tax Credit“: irs.gov.
- GOV.UK, „Child Benefit: what you’ll get“: gov.uk.
- Berechnungen von Binome360 für das Beispiel (erfundener Fall), September 2026; Statistisches Bundesamt, „763 Euro im Monat geben Paare mit einem Kind für den Nachwuchs aus“, Zahl der Woche, 2021; Bundesagentur für Arbeit, „Kindergeld steigt ab Januar 2026“.
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