Einkaufsliste schreiben, die Zeit und Geld spart (mit Vorlage)

Eine gute Einkaufsliste ist in zehn Minuten vorbereitet, folgt dem Aufbau des Supermarkts und wird die ganze Woche von allen ergänzt, die den Kühlschrank leeren.

  • Mit einer Einkaufsliste kaufst du weniger spontan. In einer Feldstudie mit 2.300 Kundinnen und Kunden lag die Grundwahrscheinlichkeit, dass ein Kauf ungeplant war, bei 46 %, und eine Liste gehörte zu den Gewohnheiten, die sie senkten (Inman et al., 2009).
  • Eine Liste deckt nie alles ab. In einer anderen Studie standen nur rund 40 % der gekauften Dinge auf dem Zettel, aber mehr als 80 % der Einträge wurden auch gekauft (Block und Morwitz, 1999).
  • Die Methode: eine Stammliste nach Gängen sortiert, jede Woche anhand des Essensplans und eines kurzen Vorratschecks abgehakt und unter der Woche vom ganzen Haushalt ergänzt.
  • Sortier die Liste so, wie du durch den Laden gehst: weniger Umwege, weniger Gänge, weniger Versuchungen.
  • Papier oder App ist weniger wichtig, als du denkst. Entscheidend ist, dass die Liste geteilt und immer griffbereit ist.

Was eine Einkaufsliste wirklich bringt

„Geh nie ohne Einkaufszettel los“ ist ein Standardrat. Die Forschung bestätigt ihn weitgehend, mit ein paar nützlichen Feinheiten.

Sie senkt Spontankäufe. J. Jeffrey Inman, Russell Winer und Rosellina Ferraro befragten 2.300 Kundinnen und Kunden in 28 US-Supermärkten und verglichen, was sie kaufen wollten, mit dem, was sie tatsächlich kauften. Für ein bestimmtes Produkt lag die Grundwahrscheinlichkeit eines ungeplanten Kaufs bei 46 %, in manchen Situationen stieg sie auf 93 %. Was sie senkte: eine Liste nutzen, weniger Gänge ablaufen, weniger Zeit im Laden verbringen, bar zahlen und, weniger naheliegend, öfter einkaufen gehen.

Sie sorgt für weniger Artikel im Wagen. Mariya Davydenko und Johanna Peetz (2020) teilten Teilnehmende per Zufall ein: Die einen schrieben vor dem Einkauf in einem bekannten Online-Supermarkt eine Liste, die anderen nicht. Wer eine Liste schrieb, kaufte weniger Artikel (in der zweiten Studie deutlich, in der ersten knapp), und in der ersten Studie gaben diese Personen tendenziell etwas weniger aus. Nur einen Gesamtbetrag festzulegen, ohne einzelne Posten, hatte nicht denselben Effekt.

Sie geht mit gesünderem Essen einher. In Pittsburgh befragte ein Team der RAND Corporation unter Leitung von Tamara Dubowitz 1.372 Personen, die in zwei einkommensschwachen Vierteln mit schlechtem Zugang zu gesunden Lebensmitteln für ihren Haushalt einkaufen. 31 % sagten, sie gingen „immer“ mit Liste einkaufen. Ihre Ernährung schnitt im Healthy Eating Index-2005 nach Berücksichtigung anderer Faktoren im Schnitt 1,4 Punkte besser ab, und im bereinigten Modell hatten sie auch einen etwas niedrigeren BMI. Es ist eine Querschnittsstudie: ein Zusammenhang, kein Beweis für eine Ursache. Eine große französische Studie fand Ähnliches für das Planen von Mahlzeiten; mehr dazu in unserem Ratgeber zum Lebensmittelbudget.

Aber sie ist unvollständig. Lauren Block und Vicki Morwitz verfolgten zwei Monate lang die Listen und Kassenbons eines Panels von Kundinnen und Kunden. Die Listen enthielten nur rund 40 % der gekauften Artikel, während mehr als 80 % der notierten Artikel auch gekauft wurden. Aufgeschrieben wird vor allem, was man zu vergessen fürchtet: Dinge, die ständig gebraucht werden, Angebote, schnelle Nachkäufe. Eine Liste ist eine gute Gedächtnisstütze, keine Mauer gegen alles andere.

Einkaufslisten, was die Forschung gemessen hat
46 %Grundwahrscheinlichkeit, dass ein gekaufter Artikel ungeplant warInman, Winer und Ferraro, 2009
40 %der Käufe standen auf der Liste; 80 % der Liste wurden gekauftBlock und Morwitz, 1999
31 %der Befragten in Pittsburgh gingen „immer“ mit Liste einkaufenDubowitz et al., 2015

Deine Einkaufsliste in zehn Minuten

Eine gute Liste beginnt nicht mit einem leeren Blatt. Sie beginnt mit drei Quellen, in dieser Reihenfolge.

Vom leeren Blatt zur Liste in 10 Minuten
  1. 1
    Schau, was da istKühlschrank, Tiefkühler, Vorratsschrank: Notier, was weg muss und was wirklich leer ist.
  2. 2
    Plan die MahlzeitenZuerst die Abendessen der Woche, ausgehend von dem, was schon da ist. Plan einen Resteabend ein.
  3. 3
    Hak die Stammliste abGeh deine Stammliste Gang für Gang durch und hak die Grundvorräte ab, die fehlen.
  4. 4
    Ergänz die Zutaten aus dem EssensplanMit Mengen: „1 kg Möhren“, nicht „Möhren“.
  5. 5
    Lies die Ergänzungen der WocheAlles, was der Haushalt seit dem letzten Einkauf notiert hat (siehe unten).
Mach es jede Woche zur selben Zeit, zum Beispiel direkt nach der Familienrunde am Sonntag.

Für den Essensplan lässt sich das Raster aus unserer Wochenplaner Vorlage direkt in eine Liste übertragen.

Schreib Mengen dazu. „Joghurt“ sagt nicht, wie viel. „6 Naturjoghurts“ bewahrt dich vor dem 12er-Pack Fruchtjoghurt im Angebot, den du gar nicht kaufen wolltest.

Schreib die Marke nur dazu, wenn sie wichtig ist. Sonst lass es offen und vergleich am Regal den Grundpreis pro Kilo oder Liter.

Einkaufsliste als Vorlage: eine Stammliste nach Gängen

Eine Stammliste sammelt alles, was du regelmäßig kaufst, in der Reihenfolge, in der du durch deinen gewohnten Laden gehst. Druck sie aus oder kopier sie; jede Woche hakst du nur noch ab und ergänzt.

EINKAUFSLISTE — WOCHE VOM ________   BUDGET: ______ €
(sortier sie nach dem Aufbau DEINES Supermarkts um)

OBST UND GEMÜSE
[ ] Äpfel ____  [ ] Bananen ____  [ ] Zitrusfrüchte ____
[ ] Möhren ____  [ ] Zwiebeln ____  [ ] Knoblauch  [ ] Salat
[ ] für den Essensplan: __________________________

BROT / FRÜHSTÜCK
[ ] Brot ____  [ ] Müsli / Haferflocken  [ ] Kaffee / Tee

VORRAT: HERZHAFT
[ ] Nudeln  [ ] Reis  [ ] Bohnen / Linsen in der Dose
[ ] Tomaten in der Dose  [ ] Öl  [ ] Salz / Gewürze
[ ] für den Essensplan: __________________________

VORRAT: SÜSSES UND SNACKS
[ ] Mehl / Zucker  [ ] Nussmus / Marmelade  [ ] Snacks für die Kinder ____

KÜHLREGAL / EIER
[ ] Milch ____  [ ] Joghurt ____  [ ] Butter  [ ] Käse
[ ] Eier ____

FLEISCH / FISCH / WURST
[ ] ______________________ (Menge: ____ )

TIEFKÜHL (zuletzt)
[ ] TK-Gemüse  [ ] Fisch  [ ] ____________

HAUSHALT / DROGERIE (eigener Budgetposten)
[ ] Toilettenpapier  [ ] Waschmittel  [ ] Spülmittel
[ ] Zahnpasta / Seife  [ ] Windeln / Feuchttücher ____

UNTER DER WOCHE ERGÄNZT (von: ____ )
[ ] ______________________  [ ] ______________________

NICHT AUF DER LISTE GEKAUFT: ____________  BETRAG: ______ €

Zwei Details machen den Unterschied. Tiefkühlware kommt zuletzt, damit sie auf dem Heimweg kalt bleibt. Und die Zeile „nicht auf der Liste gekauft“: Einen Monat lang ehrlich ausgefüllt, zeigt sie deine wiederkehrenden Spontankäufe. Tauchen jede Woche dieselben Kekse auf, setz sie entweder auf die Liste und ins Budget oder lass diesen Gang aus.

Folge dem Aufbau des Ladens

Inmans Team fand heraus, dass weniger besuchte Gänge die Wahrscheinlichkeit ungeplanter Käufe senken. Am einfachsten gelingt das mit einer Liste, die nach deinem Weg sortiert ist.

Mach es einmal. Notier beim nächsten Einkauf die Reihenfolge der Abteilungen in deinem gewohnten Laden: zum Beispiel Obst und Gemüse am Eingang, dann Brot, die Gänge mit Vorräten, das Kühlregal an der Rückwand, Tiefkühlware kurz vor der Kasse. Sortier deine Stammliste entsprechend um. Kaufst du in zwei Läden ein, etwa bei Edeka und Aldi oder bei Rewe und Lidl, führ zwei Versionen.

Bei Online-Bestellungen und Lieferdiensten spielt der Aufbau eine kleinere Rolle, aber die Liste hilft trotzdem. Die Experimente von Davydenko und Peetz liefen in einem Online-Supermarkt, wo Vorschläge wie „wird oft zusammen gekauft“ die Aufsteller am Gangende ersetzen.

Eine Liste für den ganzen Haushalt

In einer Familie ist die Person, die einkauft, nicht immer die, die gemerkt hat, dass das Shampoo leer ist. Den Bedarf aller im Blick zu behalten ist klassische unsichtbare Arbeit; unser Ratgeber zum gemeinsamen Familienkalender zeigt, wie ihr dieses Mitdenken verteilt.

Die Regel, die funktioniert: Wer etwas aufbraucht, schreibt es sofort auf die Liste. Das klappt nur, wenn alle an die Liste kommen:

  • auf Papier ein Magnetblock am Kühlschrank mit angebundenem Stift;
  • auf dem Handy eine geteilte Notiz, eine geteilte Liste in Apple Erinnerungen oder die App deines Supermarkts;
  • für Teenager eine einfache Regel: „Wenn du es leer machst, schreib es auf.“

Vor dem Einkauf überträgt eine Person die Ergänzungen der Woche in die Stammliste. Und es zählt nur eine Liste: Zwei Listen heißen zwei Versionen der Wahrheit.

Papier oder App: Was ist besser?

PapierApp oder geteilte Notiz
Schnell etwas ergänzenWenn der Block am Kühlschrank hängtÜberall, auch bei der Arbeit
Im Haushalt teilenNur zu HauseAlle ergänzen vom eigenen Handy
Wiederverwendbare StammlisteJede Woche neu druckenHaken entfernen und neu starten
Am Einkaufstag vergessenBleibt leicht liegenDas Handy ist in der Tasche
Ablenkung im LadenKeineBenachrichtigungen und Angebote in der App

Schnell etwas ergänzen

PapierWenn der Block am Kühlschrank hängt

App oder geteilte NotizÜberall, auch bei der Arbeit

Im Haushalt teilen

PapierNur zu Hause

App oder geteilte NotizAlle ergänzen vom eigenen Handy

Wiederverwendbare Stammliste

PapierJede Woche neu drucken

App oder geteilte NotizHaken entfernen und neu starten

Am Einkaufstag vergessen

PapierBleibt leicht liegen

App oder geteilte NotizDas Handy ist in der Tasche

Ablenkung im Laden

PapierKeine

App oder geteilte NotizBenachrichtigungen und Angebote in der App

Für eine Person, die zu Hause kocht, reicht Papier oft aus. Für einen Haushalt ab drei Personen erspart eine geteilte Liste auf allen Handys das „Hättest du mir ja sagen können“.

Wo Binome360 hilft

Binome360 hat einfache Listen (Einkäufe, Aufgaben). Wenn du eine nach Gängen sortierte Liste willst, kann eine spezielle Listen-App das besser. Was die App rund um deinen Einkauf erledigt:

  • In einem gemeinsamen Assistenten für den Haushalt kann jede Person vom eigenen Handy schreiben „Milch, Reis und Batterien auf die Einkaufsliste“; eine Karte zeigt die Artikel, und du bestätigst. Im Laden hakt ihr sie gemeinsam ab und leert dann die abgehakten Einträge;
  • eine wiederkehrende Erinnerung, die Liste zu schreiben, oder für den Einkaufstag, geteilt mit dem Haushalt;
  • nach dem Einkauf die Ausgabe in einem Satz oder per Foto vom Kassenbon eingetragen, damit du dein Lebensmittelbudget im Blick behältst.
Im gemeinsamen Assistenten „Zuhause“
Mein AssistentBinome360

Milch, Reis und Batterien auf die Einkaufsliste

Bereit: 3 Artikel für die Liste „Einkauf“, geteilt mit Lena und Max. Hinzufügen?

Liste · EinkaufMilch, Reis, Batterien3 Artikel · geteiltBestätigenBearbeiten

Rewe-Einkauf 64,20 € mit Karte

Ausgabe bereit: 64,20 €, Kategorie Lebensmittel, Konto Karte, heute. Speichern?

Lebensmittel · Rewe−64,20 €Heute · KarteBestätigenBearbeiten

Nichts wird gespeichert, bevor du bestätigst. Die App verbindet sich nicht mit deiner Bank.

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Wie du das Budget selbst festlegst, steht in unserem Ratgeber zum Lebensmittelbudget, und für einen Monat ganz ohne Extras probier unsere No-Spend-Challenge.

Häufige Fragen

Welche Einkaufslisten-App ist die beste?

Die, die dein ganzer Haushalt wirklich nutzt. Fang mit dem an, was du schon hast: geteilte Listen in Apple Erinnerungen auf dem iPhone, eine geteilte Notiz oder die App deines Supermarkts, wenn du online bestellst. Testet sie zwei Wochen gemeinsam, bevor ihr wechselt.

Wie schreibe ich eine Einkaufsliste für die Woche?

Kühlschrank und Vorräte checken, die Abendessen planen, die Stammliste Gang für Gang abhaken und die Zutaten aus dem Essensplan mit Mengen ergänzen. Steht die Stammliste einmal, dauert das etwa zehn Minuten.

Soll ich Preise auf die Einkaufsliste schreiben?

Bei Artikeln, die du jede Woche kaufst, hilft der übliche Preis daneben, ein echtes Angebot von einem Scheinangebot zu unterscheiden. Bei allem anderen verlass dich auf den Grundpreis am Regal.

Wie höre ich auf, Dinge zu kaufen, die nicht auf der Liste stehen?

Iss vorher etwas, bleib in den Gängen auf deiner Liste, setz dir ein Zeitlimit und notier jeden Kauf außerhalb der Liste. Nach einem Monat siehst du, was immer wiederkommt, und kannst bewusst entscheiden.

Kurz gesagt

Eine Einkaufsliste, die funktioniert, entsteht aus einem Vorratscheck und einem Essensplan, folgt dem Aufbau des Ladens und wird die ganze Woche von allen ergänzt, die etwas aufbrauchen. Sie senkt Spontankäufe, ohne sie ganz zu verhindern; notier also, was trotzdem im Wagen landet, und lern daraus. Erster Schritt: Notier beim nächsten Einkauf die Reihenfolge der Gänge in deinem Laden und sortier die Stammliste oben danach um.

Quellen

  • J. Jeffrey Inman, Russell S. Winer und Rosellina Ferraro, „The Interplay among Category Characteristics, Customer Characteristics, and Customer Activities on In-Store Decision Making“, Journal of Marketing, 73(5), 19-29, 2009 (2.300 Kundinnen und Kunden, 28 Supermärkte): doi.org/10.1509/jmkg.73.5.19.
  • Lauren G. Block und Vicki G. Morwitz, „Shopping Lists as an External Memory Aid for Grocery Shopping: Influences on List Writing and List Fulfillment“, Journal of Consumer Psychology, 8(4), 343-375, 1999: doi.org/10.1207/s15327663jcp0804_01.
  • Mariya Davydenko und Johanna Peetz, „Shopping less with shopping lists: Planning individual expenses ahead of time affects purchasing behavior when online grocery shopping“, Journal of Consumer Behaviour, 19(3), 240-251, 2020: doi.org/10.1002/cb.1812.
  • Tamara Dubowitz, Deborah A. Cohen, Christina Y. Huang, Robin A. Beckman und Rebecca L. Collins, „Using a Grocery List Is Associated With a Healthier Diet and Lower BMI Among Very High-Risk Adults“, Journal of Nutrition Education and Behavior, 47(3), 259-264, 2015 (1.372 Teilnehmende): doi.org/10.1016/j.jneb.2015.01.005.
  • Pauline Ducrot et al., „Meal planning is associated with food variety, diet quality and body weight status in a large sample of French adults“, International Journal of Behavioral Nutrition and Physical Activity, 14, 12, 2017: doi.org/10.1186/s12966-017-0461-7.

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