Die kurze Antwort
- Gewinn pro Verkauf = Verkaufspreis + bezahlter Versand − Einkaufspreis − Plattformgebühren − Versandlabel − Verpackung, vor Steuern. Dann teilst du durch die Stunden, die es gedauert hat.
- Rechenbeispiel unten: Ein gebrauchter Tennisschläger, für 8 € gekauft und für 35 € auf eBay verkauft, lässt 23,75 € vor Steuern übrig, weil die Provision auf den Artikel und den Versand berechnet wird.
- Ein ganzer Monat Reselling sieht wieder anders aus: Unverkaufte Ware bindet Geld, also sind der Gewinn auf das Verkaufte und das Geld auf deinem Konto zwei verschiedene Zahlen.
- Deutschland: Wer gezielt einkauft, um mit Gewinn weiterzuverkaufen, handelt in der Regel gewerblich. Plattformen melden Verkäufer ab 30 Verkäufen oder 2.000 € im Jahr an das Bundeszentralamt für Steuern, aber eine Meldung heißt noch nicht, dass Steuern fällig sind.
- Erfasse jeden Artikel in einer eigenen Zeile: wann und für wie viel gekauft, wann und für wie viel verkauft, und welche Gebühren angefallen sind.
Warum die Preisspanne lügt
Reselling sieht auf dem Papier einfach aus. Du findest eine Jacke im Secondhand-Laden für 8 €, siehst ähnliche für 35 € inseriert, und die 27 € Unterschied sehen nach Gewinn aus. Sind sie nicht. Zwischen diesen beiden Zahlen liegen Plattformgebühren, Versand, den du vielleicht nicht ganz zurückbekommst, Verpackung, Sprit, die Artikel, die nie verkauft werden, Steuern und vor allem Zeit: suchen, reinigen, fotografieren, inserieren, Nachrichten beantworten, packen und zur Packstation fahren.
Das heißt nicht, dass sich Reselling nicht lohnt. Es heißt nur, dass du erst weißt, ob es sich lohnt, wenn du alles gezählt hast, Artikel für Artikel, mindestens einen Monat lang.
Die ehrliche Rechnung für einen Artikel
Aylin aus Leipzig kauft auf dem Flohmarkt einen gebrauchten Tennisschläger für 8 € und verkauft ihn auf eBay für 35 €; der Käufer zahlt 6 € Versand. Weil sie regelmäßig einkauft, um weiterzuverkaufen, ist sie bei eBay als gewerbliche Verkäuferin angemeldet.
Das entscheidende Detail steht in den Gebührenregeln von eBay Deutschland (Stand: Änderung zum 1. Juli 2026). Gewerbliche Verkäufer zahlen eine Verkaufsprovision, deren Satz von der Kategorie abhängt; für gebrauchte Artikel in Kategorien wie Sport gilt seitdem 5 %. Dazu kommt eine feste Gebühr pro Bestellung, 0,45 € bei Bestellungen über 10 € (0,35 € bis 10 €). Und die Provision wird auf den Gesamtbetrag berechnet: Artikelpreis, Versandkosten des Käufers und Umsatzsteuer.
| Posten | Betrag |
|---|---|
| Artikelpreis | 35,00 € |
| Vom Käufer bezahlter Versand | +6,00 € |
| Versandlabel, das Aylin kauft | −6,00 € |
| Einkaufspreis des Schlägers | −8,00 € |
| eBay-Provision: 5 % × 41 € = 2,05 €, plus 0,45 € pro Bestellung | −2,50 € |
| Verpackung | −0,75 € |
| Übrig vor Steuern | 23,75 € |
Artikelpreis
Betrag35,00 €
Vom Käufer bezahlter Versand
Betrag+6,00 €
Versandlabel, das Aylin kauft
Betrag−6,00 €
Einkaufspreis des Schlägers
Betrag−8,00 €
eBay-Provision: 5 % × 41 € = 2,05 €, plus 0,45 € pro Bestellung
Betrag−2,50 €
Verpackung
Betrag−0,75 €
Übrig vor Steuern
Betrag23,75 €
Drei Erkenntnisse. Erstens gilt die Provision auch für den Versand; wer genau die Labelkosten verlangt, verliert trotzdem einen Teil davon. Zweitens hängt alles am Satz deiner Kategorie: Neuware liegt in vielen Kategorien deutlich über 5 %, prüf also die aktuelle Gebührenseite, bevor du rechnest. Drittens sind 23,75 € vor Einkommensteuer, und sie sagen nichts über die 40 Minuten, die der Schläger gekostet hat. Die Formeln hinter Aufschlag und Marge findest du in unserem Ratgeber, wie du die Gewinnmarge berechnest.
In den USA sieht es anders aus. Dort beträgt die Provision bei eBay in den meisten Kategorien 13,6 % des Gesamtbetrags plus 0,40 $ pro Bestellung über 10 $. Jordan kauft eine Messinglampe für 8 $ und verkauft sie für 35 $ plus 6 $ Versand: 13,6 % × 41 $ = 5,58 $, plus 0,40 $, macht 5,98 $ Gebühren. Nach Label und 0,75 $ Verpackung bleiben 20,27 $. Privatverkäufer in Deutschland zahlen bei eBay übrigens keine Verkaufsprovision; das gilt aber für das Ausmisten eigener Sachen, nicht für gezieltes Reselling.
Zeit und Ladenhüter: die versteckten Kosten
Ein Verkauf sagt nicht viel. Hier ist ein Beispielmonat für Aylin, mit runden Zahlen und ohne Umsatzsteuer, damit die Rechnung einfach bleibt:
- 30 Artikel gekauft für 240 € (im Schnitt 8 € pro Stück).
- 22 verkauft zu durchschnittlich 32 €, plus je 5 € bezahltem Versand: 704 € Artikelumsatz und 110 € eingenommene Versandkosten.
- eBay-Gebühren: 5 % × 814 € = 40,70 €, plus 22 × 0,45 € = 9,90 €, also 50,60 €.
- Versandlabels: 22 × 5 € = 110 €. Verpackung: 22 × 0,75 € = 16,50 €. Sprit für Einkauf und Packstation: 20 €.
- 25 Stunden Arbeit.
- Bleibt bei Aylin54 %440,90 €auf die 22 verkauften Artikel
- Einkauf der verkauften Artikel22 %176,00 €22 × 8 €
- Versandlabels14 %110,00 €22 × 5 €
- eBay-Gebühren6 %50,60 €5 % + 0,45 € pro Bestellung
- Verpackung und Sprit4 %36,50 €16,50 € + 20 €
Aber Aylin hat alle 30 Artikel bezahlt, nicht nur die 22 verkauften. Das Geld, das tatsächlich auf dem Konto bleibt, beträgt 814 € − 240 € − 50,60 € − 110 € − 16,50 € − 20 € = 376,90 €, also 15,08 € pro Stunde. Die 64 € Unterschied liegen als 8 unverkaufte Artikel im Regal. Verkaufen sie sich nächsten Monat, prima. Verkaufen sie sich nie, ist es ein Verlust.
Daher eine einfache Faustregel: Leg eine maximale Liegezeit fest, zum Beispiel 60 Tage. Danach senkst du den Preis, verkaufst im Bündel oder zum Einkaufspreis, um das Geld freizubekommen. Unser Ratgeber zur Lagerverwaltung im Kleinbetrieb zeigt, wie du den Warenumschlag verfolgst.
Wann es ein Gewerbe wird: Regeln in Deutschland
Privat oder gewerblich. Wer ab und zu eigene, gebrauchte Alltagsgegenstände verkauft, Kleidung, Möbel, Bücher, zahlt darauf in der Regel keine Steuern; solche Gegenstände des täglichen Gebrauchs sind von den privaten Veräußerungsgeschäften ausgenommen. Anders ist es, wenn du gezielt einkaufst, um mit Gewinn weiterzuverkaufen, und das wiederholt tust. Dann handelst du in aller Regel gewerblich: Gewerbeanmeldung bei der Gemeinde, Gewinn in der Einkommensteuererklärung, und eBay verlangt, dass du dich als gewerblicher Verkäufer registrierst.
Umsatzsteuer. Als Kleinunternehmer nach § 19 UStG weist du keine Umsatzsteuer aus, solange dein Umsatz im Vorjahr 25.000 € und im laufenden Jahr 100.000 € nicht übersteigt. Darüber wird es komplizierter; Gebrauchtwarenhändler können unter Umständen die Differenzbesteuerung nach § 25a UStG nutzen. Das ist ein Fall für die Steuerberatung.
Gewerbesteuer. Einzelunternehmen haben beim Gewerbeertrag einen Freibetrag von 24.500 €. Für die meisten Reseller im Nebenerwerb fällt deshalb keine Gewerbesteuer an, die Anmeldung brauchst du trotzdem.
Das ist eine allgemeine Information, keine Steuerberatung. Dein Finanzamt oder eine Steuerberaterin kann dir sagen, was für dich gilt.
Wann es ein Gewerbe wird: Plattformmeldungen und andere Länder
Seit 2023 melden Plattformen wie eBay, Vinted oder Kleinanzeigen Verkäufer, die im Jahr mindestens 30 Verkäufe oder 2.000 € erreichen, an das Bundeszentralamt für Steuern. Die Grundlage ist das Plattformen-Steuertransparenzgesetz, die deutsche Umsetzung einer EU-Richtlinie. Wichtig: Die Meldeschwelle ist keine Steuergrenze. Wer 40 alte Bücher verkauft, wird gemeldet, schuldet aber nicht automatisch Steuern; wer 20-mal gezielt Sneaker mit Gewinn weiterverkauft, kann steuerpflichtig sein, ohne je gemeldet zu werden.
Andere Länder ziehen die Grenze ähnlich. In Großbritannien betont die Steuerbehörde HMRC, dass gelegentliche Verkäufe ungenutzter Dinge steuerfrei bleiben; wer Waren zum Weiterverkauf kauft, kann sich ab 1.000 £ Handelseinnahmen im Jahr für die Self Assessment registrieren müssen. In den USA muss laut IRS jedes Einkommen angegeben werden, auch ohne Formular 1099-K, und ab 400 $ Nettogewinn fällt die Self-Employment Tax von 15,3 % an.
Wenn du anfängst, trenn das Reselling-Geld vom ersten Tag an von deinem privaten Geld. Unser Ratgeber, wie du private und geschäftliche Finanzen trennst, zeigt, wie.
Eine Tracking-Tabelle, die die richtigen Fragen beantwortet
Du brauchst eine Zeile pro Artikel, nicht eine Summe pro Monat. Übernimm dieses Schema in eine Tabelle oder ein Notizbuch. Eine vollständige Version mit Formeln findest du in unserer Lagerbestand-Vorlage.
RESELLING-TRACKER (eine Zeile pro Artikel)
Nr. | Artikel | Gekauft | Quelle | Preis | Nebenkosten
S-07 | Tennisschläger | 02.09. | Flohmarkt | 8,00 € | 0,00 €
Inseriert | Plattform | Verkauft | Verkaufspreis | Versand bezahlt | Label
03.09. | eBay | 14.09. | 35,00 € | 6,00 € | 6,00 €
Gebühren | Verpackung | Gewinn vor Steuern | Tage im Bestand
2,50 € | 0,75 € | 23,75 € | 12
Gewinn vor Steuern = Verkaufspreis + Versand bezahlt − Preis − Nebenkosten
− Label − Gebühren − Verpackung
Tage im Bestand = Verkauft − Gekauft
Drei Spalten erledigen die meiste Arbeit. Quelle zeigt dir, welche Secondhand-Läden, Haushaltsauflösungen oder Flohmärkte die Fahrt wert sind. Tage im Bestand markiert, was sich nicht bewegt. Und Gewinn vor Steuern, nach einem Monat absteigend sortiert, zeigt, welche Kategorien du öfter kaufen und welche du streichen solltest.
Verkäufe und Bestand in einem Satz erfassen
Binome360 ist nicht mit eBay, Vinted, Kleinanzeigen oder einem anderen Marktplatz verbunden, und es verbindet sich weder mit deiner Bank noch bewegt es Geld. Es importiert deine Verkäufe nicht. Du legst deine Produkte an und erfasst Einkäufe und Verkäufe, indem du einen Satz tippst; die App bereitet den Verkauf, die Bestandsbewegung und die Marge vor, und nichts wird gespeichert, bevor du bestätigst.
Tennisschläger S-07 auf eBay für 35 € plus 6 € Versand verkauft, gekauft für 8 €
Bereit: ein Verkauf über 35 € mit 6 € bezahltem Versand, Bestand S-07 geht von 1 auf 0, Rohmarge 27 € vor Gebühren. Speichern?
Keine Verbindung zu eBay: Du erfasst den Verkauf selbst und bestätigst ihn dann.
Binome360 kostenlos testenHäufige Fragen
Wie viel kann man mit Reselling wirklich verdienen?
Das hängt von deinen Einkaufspreisen, davon, wie schnell sich die Sachen verkaufen, und von deinen Stunden ab. Im Beispiel oben blieben von 814 € Einnahmen 440,90 € auf die verkauften Artikel, rund 17,64 € pro Stunde vor Steuern, und nur 376,90 € auf dem Konto, während 8 Artikel unverkauft herumlagen. Erfasse einen ganzen Monat deiner eigenen Zahlen, bevor du mehr einkaufst.
Muss ich Steuern zahlen, wenn die Plattform mich nicht meldet?
Ja, wenn du steuerpflichtige Gewinne hast. Die Meldung der Plattform ändert nichts an deiner Pflicht, gewerbliche Einkünfte in der Steuererklärung anzugeben. Der Verkauf eigener gebrauchter Alltagsgegenstände ist in der Regel steuerfrei, gezieltes Einkaufen zum Weiterverkauf dagegen nicht.
Heißt Verkaufen auf Vinted oder eBay, dass ich dem Finanzamt etwas melden muss?
Nicht, wenn du gelegentlich deine eigenen ausgemisteten Sachen verkaufst. Wenn du Waren kaufst, um sie weiterzuverkaufen, und das regelmäßig tust, solltest du ein Gewerbe anmelden und die Gewinne angeben. Allein die Meldung ab 30 Verkäufen oder 2.000 € bedeutet nicht, dass du Steuern schuldest.
Welche Plattform hat die niedrigsten Gebühren?
Das hängt davon ab, wer du bist. Privatverkäufer zahlen bei eBay in Deutschland keine Verkaufsprovision, und bei Vinted zahlt die Käuferseite die Servicegebühr. Gewerbliche Verkäufer zahlen bei eBay je nach Kategorie und Zustand unterschiedliche Sätze, auch auf den Versand. Gebühren sind aber nur ein Faktor: Publikum, Preise und Verkaufstempo zählen genauso. Vergleich den Gewinn pro Artikel, nicht die Provision.
Kurz gesagt
Reselling kann sich lohnen, aber viel weniger, als die Spanne zwischen Einkaufs- und Verkaufspreis vermuten lässt. Zieh Gebühren, Versand, Verpackung und unverkaufte Ware ab, teil durch deine Stunden, und du weißt, ob es ein echter Nebenverdienst ist oder schlecht bezahlte Arbeit. Wenn du einkaufst, um weiterzuverkaufen, ist das in der Regel ein Gewerbe, und die Steuerregeln gelten.
Erster Schritt: Leg eine Tabelle mit den Spalten oben an und trag die letzten zehn Artikel ein, die du gekauft hast, mit Preis und Datum. In einem Monat weißt du, welche sich gelohnt haben.
Quellen
- IRS, „Understanding your Form 1099-K“, zuletzt geprüft am 28. Juni 2026: irs.gov; „What to do with Form 1099-K“, zuletzt geprüft am 27. Juli 2026: irs.gov; „IRS issues FAQs on Form 1099-K threshold under the One, Big, Beautiful Bill“: irs.gov.
- IRS, „Self-employment tax (Social Security and Medicare taxes)“, zuletzt geprüft am 27. Juni 2026: irs.gov.
- HM Revenue & Customs, „No tax changes for online sellers“, Pressemitteilung, 4. Dezember 2024: gov.uk.
- HM Revenue & Customs, „Tax-free allowances on property and trading income“, zuletzt aktualisiert am 8. Mai 2019: gov.uk.
- eBay (USA), „Selling fees“, abgerufen im September 2026: ebay.com.
- eBay (Großbritannien), „Fees for private sellers“, zuletzt aktualisiert am 1. Oktober 2024: ebay.co.uk; „Fees for business sellers“, zuletzt aktualisiert am 4. August 2026: ebay.co.uk. Für Deutschland: eBay-Verkäuferportal, „Gebührenänderungen“, Juni 2026.
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