Die kurze Antwort
- Ein Zahlungsziel von 30 Tagen netto heißt: Der volle Betrag ist 30 Tage nach dem Rechnungsdatum fällig. Zahlbar sofort heißt jetzt. Zahlbar zum Monatsende zählt ab dem Ende des Monats, in dem die Rechnung datiert ist.
- 2 % Skonto bei Zahlung in 10 Tagen, 30 Tage netto bietet einen Nachlass von 2 % für schnelles Zahlen, sonst den vollen Betrag in 30 Tagen. Wer auf das Skonto verzichtet, zahlt umgerechnet rund 37 % Zinsen im Jahr.
- Deutschland: Ohne Vereinbarung ist eine Rechnung sofort fällig; ein Unternehmen gerät spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung in Verzug. Zahlungsziele über 60 Tage sind zwischen Unternehmen nur ausnahmsweise wirksam, bei öffentlichen Auftraggebern liegt die Grenze meist bei 30 Tagen.
- Ausland: In Großbritannien gelten ähnliche Grenzen. In den USA gibt es für private Geschäfte keine bundesweite Grenze, dort zählt der Vertrag; Bundesbehörden müssen korrekte Rechnungen binnen 30 Tagen bezahlen.
- Schreib auf jede Rechnung ein Fälligkeitsdatum als Datum („Fällig am 25.10.2026“), den Zahlungsweg und, bei Privatkunden, den Hinweis auf den Verzug nach 30 Tagen.
Die üblichen Zahlungsziele, entschlüsselt
Das sind Gepflogenheiten, keine gesetzlichen Definitionen. Schreib deshalb auf die Rechnung, was du meinst.
| Zahlungsziel | Was es meistens heißt | Rechnung vom 25.09.2026, fällig am |
|---|---|---|
| Zahlbar sofort | Zahlen, sobald die Rechnung da ist | 25.09.2026 |
| 7 / 14 Tage netto | Voller Betrag innerhalb von 7 oder 14 Tagen ab Rechnungsdatum | 02.10. / 09.10.2026 |
| 30 Tage netto | Voller Betrag innerhalb von 30 Tagen ab Rechnungsdatum | 25.10.2026 |
| 60 Tage netto | Voller Betrag innerhalb von 60 Tagen | 24.11.2026 |
| Zahlbar zum Monatsende | Fällig am Ende des Monats, in dem die Rechnung datiert ist | 30.09.2026 |
| 30 Tage nach Monatsende | 30 Tage nach dem Ende des Rechnungsmonats | 30.10.2026 |
| 2 % Skonto 10 Tage, 30 Tage netto | 2 % Abzug bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst voller Betrag in 30 | 05.10. (mit Skonto) oder 25.10.2026 |
| Vorkasse | Zahlung vor der Leistung oder mit der Bestellung | Vor Arbeitsbeginn |
Zahlbar sofort
Was es meistens heißtZahlen, sobald die Rechnung da ist
Rechnung vom 25.09.2026, fällig am25.09.2026
7 / 14 Tage netto
Was es meistens heißtVoller Betrag innerhalb von 7 oder 14 Tagen ab Rechnungsdatum
Rechnung vom 25.09.2026, fällig am02.10. / 09.10.2026
30 Tage netto
Was es meistens heißtVoller Betrag innerhalb von 30 Tagen ab Rechnungsdatum
Rechnung vom 25.09.2026, fällig am25.10.2026
60 Tage netto
Was es meistens heißtVoller Betrag innerhalb von 60 Tagen
Rechnung vom 25.09.2026, fällig am24.11.2026
Zahlbar zum Monatsende
Was es meistens heißtFällig am Ende des Monats, in dem die Rechnung datiert ist
Rechnung vom 25.09.2026, fällig am30.09.2026
30 Tage nach Monatsende
Was es meistens heißt30 Tage nach dem Ende des Rechnungsmonats
Rechnung vom 25.09.2026, fällig am30.10.2026
2 % Skonto 10 Tage, 30 Tage netto
Was es meistens heißt2 % Abzug bei Zahlung innerhalb von 10 Tagen, sonst voller Betrag in 30
Rechnung vom 25.09.2026, fällig am05.10. (mit Skonto) oder 25.10.2026
Vorkasse
Was es meistens heißtZahlung vor der Leistung oder mit der Bestellung
Rechnung vom 25.09.2026, fällig amVor Arbeitsbeginn
Weil jede Buchhaltung „30 Tage nach Monatsende“ etwas anders lesen kann, ist die sicherste Zeile auf einer Rechnung das Datum selbst. Niemand muss zählen, und niemand kann streiten.
Lohnt sich Skonto?
Ein Nachlass für schnelles Zahlen bringt Geld früher rein, ist aber teuer. Wer auf 2 % Skonto verzichtet, behält 98 % des Geldes 20 Tage länger. Aufs Jahr gerechnet sind das 2 ÷ 98 × 365 ÷ 20 = 37,2 %.
Rechenbeispiel: Bei einer Rechnung über 5.000 € mit 2 % Skonto in 10 Tagen und 30 Tagen netto zahlt deine Kundschaft 4.900 € bis Tag 10 oder 5.000 € bis Tag 30. Du gibst 100 € auf, um 20 Tage früher bezahlt zu werden. Das kann sich lohnen, wenn du sonst für teure Dispozinsen ins Minus rutschen würdest. Als Standard lohnt es sich selten. Eine Anzahlung bei Auftragserteilung (siehe unseren Ratgeber zur Anzahlungsrechnung) schützt deine Liquidität oft ganz ohne Kosten.
Deutschland: was das Gesetz erlaubt
Zwischen Unternehmen regelt das BGB die wichtigsten Punkte:
- Kein Zahlungsziel vereinbart? Dann ist die Rechnung sofort fällig (§ 271 BGB). In Verzug gerät deine Kundschaft aber ohne Mahnung spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung (§ 286 Abs. 3 BGB).
- Vereinbartes Zahlungsziel: Mehr als 60 Tage sind zwischen Unternehmen nur wirksam, wenn sie ausdrücklich vereinbart und für dich nicht grob unbillig sind. Für öffentliche Auftraggeber liegt die Grenze bei 30 Tagen, nur mit sachlicher Rechtfertigung bei höchstens 60 (§ 271a BGB).
- Im Verzug kannst du Verzugszinsen von 9 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz verlangen (sofern dein Vertrag nichts Höheres vorsieht), dazu eine Pauschale von 40 € pro Rechnung für die Beitreibungskosten (§ 288 BGB).
Beim Basiszinssatz von 1,52 % (seit 1. Juli 2026) liegen die Verzugszinsen zwischen Unternehmen bei 10,52 % im Jahr. Bei einer Rechnung über 2.400 €, die 20 Tage zu spät bezahlt wird: 2.400 € × 10,52 % × 20 ÷ 365 = 13,83 €, plus 40 € Pauschale. Bei einer Rechnung dieser Größe ist die Pauschale mehr wert als die Zinsen.
Privatkunden. Verbraucher geraten durch die 30-Tage-Regel nur in Verzug, wenn deine Rechnung ausdrücklich darauf hinweist. Im Verzug kannst du dann Zinsen von 5 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz verlangen; die Pauschale von 40 € gibt es gegenüber Privatleuten nicht.
Zum Vergleich: Großbritannien. Dort gilt zwischen Unternehmen der Late Payment of Commercial Debts (Interest) Act 1998: Verzug 30 Tage nach Zugang der Rechnung, vereinbarte Fristen meist höchstens 60 Tage, Zinsen von 8 Prozentpunkten über dem Leitzins der Bank of England (der am 17. September 2026 bei 3,75 % belassen wurde) plus eine Pauschale von 40 bis 100 £. Öffentliche Auftraggeber zahlen nach dem Procurement Act 2023 binnen 30 Tagen.
Was nach der Fälligkeit passiert (Erinnerung, Mahnung, gerichtliches Mahnverfahren), erklärt unser Ratgeber, wie du eine unbezahlte Rechnung anmahnst.
USA: Der Vertrag geht vor
Hast du Kundschaft in den USA: Dort gibt es kein Bundesgesetz, das Zahlungsziele oder Verzugszinsen für Rechnungen zwischen privaten Unternehmen festlegt. Es gilt:
- Dein Vertrag oder dein angenommenes Angebot. Willst du 15 Tage, eine Verzugsgebühr oder Zinsen, vereinbare das schriftlich vor der Arbeit. Wuchergesetze und Verbraucherschutzregeln der Bundesstaaten können begrenzen, was du verlangen darfst.
- Bundesbehörden als Kundschaft. Der Prompt Payment Act verpflichtet Behörden, korrekte Rechnungen binnen 30 Tagen zu bezahlen (14 Tage bei Abschlagszahlungen im Bau), sonst werden Zinsen fällig. Der Zinssatz für den 1. Juli bis 31. Dezember 2026 liegt bei 4,75 %.
- Freelancer-Gesetze in einigen Bundesstaaten und Städten. New York City und der Bundesstaat New York, Kalifornien und Illinois haben Gesetze für Freelancer, die ab bestimmten Beträgen schriftliche Verträge verlangen und, wenn kein Datum vereinbart ist, die Zahlung binnen 30 Tagen nach Abschluss der Arbeit. Details und Schwellen stehen in unserem Ratgeber zum Anmahnen.
Was auf die Rechnung gehört
Setz das Zahlungsziel dorthin, wo die Buchhaltung deiner Kundschaft es sieht: in die Nähe des Gesamtbetrags. Eine Vorlage:
Rechnungsdatum: 25.09.2026
Zahlungsziel: 30 Tage netto
Fällig am: 25.10.2026
Zahlung per Überweisung an: [Kontoinhaber, IBAN, BIC]
Bitte geben Sie die Rechnungsnummer als Verwendungszweck an.
Zahlungsverzug (Geschäftskunden): Nach § 288 BGB können wir Verzugszinsen
von 9 Prozentpunkten über dem Basiszinssatz sowie eine Pauschale von
40 € verlangen.
Zahlungsverzug (Privatkunden): Sie kommen 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang dieser Rechnung in Verzug.
Behalt nur die Verzugszeile, die zu deiner Kundschaft passt. Bei Privatkunden ist der Hinweis wichtig: Ohne ihn geraten sie durch die 30-Tage-Regel nicht in Verzug. Die Vorlage spricht deine Kundschaft mit „Sie“ an, wie auf Rechnungen üblich.
Dein Zahlungsziel wählen
Das Gesetz setzt Obergrenzen, keine Fristen, die du anbieten musst. Du kannst Zahlung sofort, in 7 oder 14 Tagen oder eine Anzahlung bei Auftragserteilung verlangen, solange die Kundschaft vor Arbeitsbeginn zustimmt. Ein paar Ausgangspunkte:
- 1Wie hoch ist die Rechnung?Kleine Einzelaufträge: zahlbar sofort oder 7 Tage. Größere Projekte: Anzahlung plus Rest.
- 2Wer ist die Kundschaft?Ein Konzern besteht vielleicht auf 30 oder 60 Tagen und einer Bestellnummer; prüf vor der Unterschrift, ob das rechtlich zulässig ist.
- 3Wie lange dauert der Auftrag?Arbeiten über mehrere Wochen: Abschlagszahlungen nach Meilensteinen, damit dir nie das ganze Honorar fehlt.
- 4Wo schreibst du es hin?Zuerst ins Angebot, dann mit dem echten Fälligkeitsdatum auf die Rechnung.
Unser Ratgeber zum Angebot schreiben zeigt, wo das Zahlungsziel hingehört, bevor der Auftrag startet.
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Häufige Fragen
Was bedeutet das Zahlungsziel „30 Tage netto“?
Der volle Betrag ist innerhalb von 30 Tagen ab Rechnungsdatum fällig, ohne Abzug. Manche Kunden zählen stattdessen ab dem Tag, an dem die Rechnung ankommt; genau deshalb vermeidet das echte Fälligkeitsdatum auf der Rechnung Streit.
Sind 30 Tage Zahlungsziel gesetzlich vorgeschrieben?
Nicht als solches. Ohne Vereinbarung ist eine Rechnung sofort fällig; die 30 Tage markieren, wann ein Unternehmen spätestens in Verzug gerät. Für öffentliche Auftraggeber sind 30 Tage die übliche Obergrenze. In den USA sind 30 Tage der Standard für Zahlungen von Bundesbehörden, private Unternehmen können aber anderes vereinbaren.
Darf ich das Zahlungsziel bei bestehender Kundschaft ändern?
Für künftige Aufträge ja: Sag es deiner Kundschaft schriftlich und pass Angebot oder Vertrag vor dem nächsten Auftrag an. Die Bedingungen einer bereits ausgestellten Rechnung kannst du ohne Zustimmung der Kundschaft nicht nachträglich ändern.
Was ist der Unterschied zwischen „30 Tage netto“ und „30 Tage nach Monatsende“?
„30 Tage netto“ zählt ab dem Rechnungsdatum. „30 Tage nach Monatsende“ zählt meist ab dem Ende des Monats, in dem die Rechnung datiert ist. Bei einer Rechnung vom 25.09.2026 ist das der 25. Oktober gegenüber dem 30. Oktober.
Soll ich Verzugszinsen verlangen?
Zwischen Unternehmen stehen dir Verzugszinsen und die Pauschale von 40 € von Gesetzes wegen zu, auch wenn dein Vertrag nichts dazu sagt. Gegenüber Privatkunden kannst du im Verzug 5 Prozentpunkte über dem Basiszinssatz verlangen; zusätzliche Gebühren nur, wenn sie vereinbart und angemessen sind. In den USA gilt eine Verzugsgebühr nur, wenn die Kundschaft ihr zugestimmt hat, im Rahmen der Grenzen des Bundesstaats.
Kurz gesagt
„30 Tage netto“ heißt 30 Tage ab Rechnungsdatum; Fristen zum Monatsende zählen ab dem Ende des Monats; Skonto ist teuer. In Deutschland gerät ein Unternehmen ohne Vereinbarung spätestens nach 30 Tagen in Verzug, Zahlungsziele über 60 Tage sind die Ausnahme, und im Verzug stehen dir Zinsen und 40 € Pauschale zu. Erster Schritt: Setz heute ein echtes Fälligkeitsdatum, deine Bankverbindung und die passende Verzugszeile in deine Rechnungsvorlage.
Quellen
- GOV.UK, „Late commercial payments: charging interest and debt recovery“ (30-Tage-Regel, Grenzen von 60 und 30 Tagen, gesetzliche Zinsen, Pauschalen von 40/70/100 £): gov.uk/late-commercial-payments-interest-debt-recovery.
- Late Payment of Commercial Debts (Interest) Act 1998: legislation.gov.uk/ukpga/1998/20.
- Bank of England, „Bank Rate“ (3,75 %, belassen am 17. September 2026): bankofengland.co.uk.
- Procurement Act 2023, Abschnitt 68 (30-Tage-Zahlungsfrist in öffentlichen Aufträgen): legislation.gov.uk/ukpga/2023/54/section/68.
- Bureau of the Fiscal Service, „Prompt Payment“ (30-Tage-Regel, Zinssatz für Juli bis Dezember 2026): fiscal.treasury.gov/prompt-payment.
- 5 CFR Part 1315, Prompt Payment: ecfr.gov.
Deutsche Rechtsgrundlagen: §§ 247, 271, 271a, 286 und 288 BGB (Gesetzestexte auf gesetze-im-internet.de); Basiszinssatz: Deutsche Bundesbank, Bekanntgabe zum 1. Juli 2026 (1,52 %).
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